Fehlende Landärzte: „Eine Quote alleine reicht nicht aus“

Seit Jahren will die Landesregierung etwas gegen den Ärztemangel auf dem Land tun. Nun hat sie ein Konzept vorgelegt und will mit einer Landarztquote für Studenten das Problem beheben. Wer sich verpflichtet, mindestens zehn Jahre in einem unterversorgten Gebiet zu arbeiten, erfährt Erleichterungen beim Numerus clausus. 65 von rund 1000 Studienplätzen für Medizin sollen pro Jahr hiervor vorgesehen werden. Die Quote soll von 2022 an gelten.


Dazu Claudia Papst-Dippel:

„Im ländlichen Raum steuern wir auf eine zunehmend dramatische Unterversorgung zu. Der Gesundheitspakt 3.0 hat bereits Ende 2018 einen ‚absehbar erheblichen Bedarf an ärztlichem Nachwuchs in den grundversorgenden Facharztrichtungen‘ vor allem auf dem Land beschrieben.“


Dennoch wäre eine reine Landarztquote, die aus dem allgemeinen Pool der Studienplätze abgezweigt wird, alleine wenig zielführend, so Papst-Dippel. „Viel wichtiger ist es, die Arbeit als Arzt auf dem Land attraktiver zu gestalten. Deshalb müssen wir offen über Themen wie Leistungsvergütung, Arbeitsbelastung und die überbordende Bürokratisierung reden. Letztendlich brauchen Landärzte auch endlich die Anerkennung, die ihnen gebührt. Welcher Mediziner will schon als ‚Quotenarzt‘ gelten? Wir brauchen mehr Studienplätze für Medizin und nicht nur eine Quote auf Studienplätze, die dazu führen kann, dass sich der Facharztmangel in anderen Bereichen verstärkt.“ Weiterhin fehlten nicht nur Landärzte, sondern insbesondere Kinderärzte, so Papst-Dippel. Besonders auch hierfür müssen mehr Anreize geschaffen werden.


„Um Mediziner zu überzeugen, aufs Land zu gehen, muss man für Arbeitsbedingungen sorgen, die nicht zu einer Dauerbereitschaft führen und für eine Bezahlung, die konkurrenzfähig ist. Eine Quote allein setzt die falschen Anreize, produziert unglückliche Ärzte und kann dazu führen, dass diese auch noch als Ärzte zweiter Klasse angesehen werden.“


V. i. S. d. P.: Claudia Papst-Dippel, gesundheitspolitische Sprecherin der AfD-Fraktion im Hessischen Landtag



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