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+++ Pressemitteilung +++ Untergang einer Bildungsnation: erschreckender Analphabetismus

Untergang einer Bildungsnation: erschreckender Analphabetismus

Wiesbaden (10. Mai 2019). Nach einer kürzlich durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützten Studie, „LEO-2018“, können 6,2 Millionen Deutsch sprechende Erwachsene im Alter zwischen 18 und 64 Jahren weder richtig lesen noch schreiben. „Wenn über die Hälfte (52,6%) der rund 3,3 Millionen Betroffenen Muttersprachler sind, dann wirft das zudem ein erschütterndes Bild auf den Niedergang einer ehemals vorzeigbaren Bildungsnation“, kritisiert Rolf Kahnt, kultur- und bildungspolitischer Sprecher der hessischen AfD-Landtagsfraktion.

Zwar attestiere die Studie im Vergleich mit Ergebnissen aus dem Jahr 2010 einen Rückgang von Menschen mit geringer Literalität um rund 1,3 Millionen, dies sei jedoch nur bei oberflächlicher Betrachtung erfreulich, wie der Landtagsabgeordnete kommentiert. Es komme einer Bildungskatastrophe gleich, wenn mehr als 6 Millionen Deutsch sprechende Erwachsene aufgrund dieser Defizite nur mit erheblichen Einschränkungen am gesellschaftlichen und beruflichen Leben teilhaben könnten, so Kahnt.

Darüber hinaus stehe es einer Bildungsnation überhaupt nicht gut an, dass fast ein Viertel der betroffenen Erwachsenen (22,3%) keinen Schulabschluss erreicht habe. „Diese erschreckenden Zahlen beleuchten bereits seit Jahrzehnten feststellbare Versäumnisse in der Bildungspolitik, die dringlich abgestellt werden müssen“, fordert Kahnt. Erhebliche Bildungsmängel zeigten sich bereits in der Grundschule, in der gravierende Mängel beim Abfassen einfacher, sinnerfassender Sätze oder kurzer Texte bei einer Vielzahl von Schülern festzustellen seien.

„Wir können es uns überhaupt nicht leisten“, betont der ehemalige Gymnasiallehrer, „wenn ein mangelhafter Erwerb grundlegender Kenntnisse bereits in der Grundschule dazu führt, dass vielen Schülern weiterführende Bildungsgänge und spätere berufliche Qualifizierungen versperrt bleiben,“ warnt Kahnt. Eine der wesentlichen Ursachen sieht der Landtagsabgeordnete in stetiger Absenkung von Leistungs- und Bildungsstandards. Damit würden formal zwar mehr Schüler einen qualifizierten Schulabschluss erreichen, der ihnen letztlich aufgrund defizitärer Kenntnisse im Fach Deutsch und anderen Fächer, wie MINT, nicht helfe, Studiengänge erfolgreich abzuschließen.

Die hessische AfD-Fraktion, so Kahnt, habe kürzlich die Landesregierung in einer Kleinen Anfrage gefragt, welche Fördermaßnahmen sie ergreife, um Lese- und Schreibschwäche bereits in der Grundschule zu bekämpfen, und mit welchen Maßnahmen sie in Hessen lebende Erwachsene mit geringer Literation fördern wolle. Der AfD-Bildungspolitiker fordert die Landesregierung zudem auf, die für das kommende Schuljahr laut Koalitionsvertrag vorgesehene Stundenerhöhung im Fach Deutsch nicht nur in die Tat umzusetzen, sondern zusätzlich über das 2. Schuljahr hinaus in den weiterführenden Schulformen die Stundentafel für das Fach Deutsch um mindestens eine weitere Stunde zu erhöhen. „Es darf angesichts niederschmetternder Befunde nicht bei Lippenbekenntnissen der Landesregierung bleiben, sie muss endlich handeln und Geld für die Bildung in die Hand nehmen“, fordert Kahnt abschließend.




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