Seit mehr als einem Jahr kein regulärer Unterricht.

Auf die Corona-Krise folgt die Bildungskrise!

„In Hessen wird ab Montag, 16. März, an allen Schulen kein regulärer Unterricht mehr stattfinden.“ Dieser Satz fiel vor einem Jahr. Mit diesen Worten verkündete die Landesregierung aufgrund der Corona-Pandemie die Schließung der hessischen Bildungsstätten. Und in der Tat fand ein regulärer Unterricht seitdem nicht mehr an hessischen Schulen statt. Stattdessen: Ein ängstliches Starren auf nichtssagende „Inzidenzwerte“ und in keiner Weise epidemiologisch begründete Schulschließungen, Wechsel auf Präsenzunterricht, Wechsel auf Fernunterricht, Wechsel auf Wechselunterricht. Die digitale Infrastruktur unserer Schulen: Heute genauso schlecht wie vor einem Jahr. Geräte zur Luftreinigung und Wiederaufbereitung? In der Breite nicht vorhanden. Schüler hinter Masken, alle 20 Minuten stoßlüften, oder die in vielen Fällen sinnfreie Bearbeitung von Arbeitsblättern in der digitalen Fernlehre: So sieht ein moderner Unterricht im Jahr 2021 unter Pandemiebedingungen nach der schwarz-grünen Regierungskoalition in Hessen aus. Dabei sind die Folgen einer solchen Politik für unsere Schüler den Entscheidungsträgern wohl bekannt: Schon ein halbes Jahr ohne Schulpräsenz führt bei den betroffenen Kindern zu einer Verringerung des Lebenseinkommens um 3 bis 4 Prozent und damit einhergehend zu einer geringeren gesundheitlichen Konstitution und einer geringeren Lebenserwartung. Die seelischen Folgen wiegen dabei umso schwerer: Hessens Schüler verzweifeln zunehmend am Homeschooling. Das zeigte eine Studie mit 7.000 Schülern, die der Hessische Rundfunk (hr) durchgeführt hat. Sie seien gestresst, überfordert, depressiv oder erschöpft, gaben 77 Prozent darin an. Der hr spricht von einer „massiven Belastung bei Schülerinnen und Schülern“. Wir steuern damit nicht nur auf eine Bildungskrise zu, sondern erleben gesundheitliche Folgen für die Schüler als Kollateralschäden der völlig verfehlten Corona-Politik. Für die meisten Schüler war 2020 ein verlorenes Jahr und 2021 droht, ein weiteres zu werden. Lehrer sowie Schulleiter verzweifeln am fehlenden Planungswillen und an fehlender Planungskompetenz im Kultusministerium unter der Leitung von Prof. Lorz (CDU). Bis heute wurde kein logisch nachvollziehbarer Plan zum Unterricht vor einem pandemischen Hintergrund seitens der Landesregierung vorgelegt. Schulen werden erkennbar willkürlich „par ordre du -MUTTI-“ aus Berlin geschlossen und geöffnet. Eine konkrete Zielvorstellung wurde von Ministerpräsident Bouffier oder Herrn Lorz nie formuliert! Diese Versäumnisse wiegen umso schwerer, da die AfD-Fraktion im Hessischen Landtag über mehrere parlamentarischen Initiativen entsprechende Vorschläge zur Sicherung der Beschulung in Pandemiezeiten vorgelegt hat – den ersten schon am 9. April letzten Jahres (Drucksache 20/2614) Titel: „Beschulung in Hessen unter den Bedingungen des Ausnahmezustandes“. Mit einem bereits im November 2020 eingebrachten Antrag (Drucksache 20/4000) forderte die AfD die Landesregierung auf, ein rechtskonformes Hygienekonzept für unsere Schulen vorzulegen, welches unter anderem durch die Ausrüstung aller Schulen mit stationären Luftreinigungssystemen einen effektiven Präsenzunterricht gewährleisten soll. Gemeinsam ist allen Vorschlägen, dass sie von der Regierungskoalition und den Konsens-Oppositionsparteien im Landtag geschlossen abgelehnt worden sind. Im Falle des zuletzt vorgelegten Gesetzentwurfes „über standortspezifische Beschulungsformen im Pandemie-Zustand“ (Drucksache 20/5272), welcher das Potential in sich birgt, ein einheitliches und strukturiertes Verfahren zu etablieren, welches zu jeder Zeit die optimale Beschulungsform an jeder einzelnen Schule gewährleistet, ohne den Gesundheitsaspekt aus dem Auge zu verlieren, wurde sogar die Aussprache über diesen komplett verweigert. Wir können die Entstehung einer Generation-Corona nur noch verhindern, wenn es uns gelingt, all unsere Schüler schnell in einen möglichst normalen Schulalltag, also in den Präsenzunterricht, zurückzuführen und die Schließung der entstandenen enormen Wissenslücken mit tragfähigen Konzepten in den Focus allen Bemühens zu stellen. Unsere Schulen auf Dauer in einen pandemiesicheren und einen das Lernen fördernden Zustand zu verbringen sowie dem akuten Lehrermangel durch beherzte Maßnahmen entgegenzutreten, ist das Gebot der Stunde. Hierfür müssen Haushaltsmittel ausreichend, effizient und zielgerichtet zur Verfügung gestellt werden. Die Erfüllung des gesetzlich normierten Bildungs- und Erziehungsauftrags ist unter allen Bedingungen zu gewährleisten. Wir haben die Konzepte dafür und wir bleiben dran!


Heiko Scholz, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Hessischen Landtag




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