Warum wird der Migrationshintergrund „deutscher“ Gefängnisinsassen nicht erfasst?

Im Jahr 2018 befanden sich 4.619 Insassen in hessischen Gefängnissen, davon hatten 2.561 Personen die deutsche Staatsbürgerschaft und 2.058 waren Ausländer. Das entspricht einem Ausländeranteil von 44,5 Prozent. Wie viele von den deutschen Insassen einen Migrationshintergrund haben, ist nicht klar, da bei inhaftierten Personen nur deren Staatsangehörigkeit erfasst wird – das ist bei zwei Staatsangehörigkeiten immer allein die deutsche. Der Migrationshintergrund habe laut Justizministerium keine Relevanz für den Justizvollzug. Daher sei die statistische Erhebung von Daten zum Migrationshintergrund der Insassen auch zukünftig nicht vorgesehen.

„Selbst an Schulen werden Daten zum Migrationshintergrund der Schüler erhoben. Wieso hat ein Migrationshintergrund bei unbescholtenen Schülern Relevanz aber bei verurteilten Kriminellen nicht?“, fragt Gaw. „Wie sähe die Statistik aus, wenn der Migrationshintergrund der deutschen Insassen erfasst würde?“

V. i. S. d. P.: Dirk Gaw, Sprecher der AfD-Fraktion im Hessischen Landtag für den Unterausschuss Justizvollzug




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