Woche der Brüderlichkeit: Jüdischer AfD-Landtagsabgeordneter erhält keinen Zugang zur Jüdischen ...

Pressemitteilung AfD-Fraktion im Hessischen Landtag 08/2019

MdL Dimitri Schulz (AfD) wurde von Gemeindevorstand Dr. Jacob Gutmark mit Verweis auf das Hausrecht gebeten, wieder zu gehen. Die ‚Woche der Brüderlichkeit‘ steht unter dem Motto ‚Mensch, wo bist Du? – Gemeinsam gegen Judenfeindschaft‘. AfD-Fraktionsvorsitzender Robert Lambrou vermutet, dass auch politische Gründe und Spannungen innerhalb der jüdischen Gemeinde eine Rolle spielten.


Wiesbaden (22. März 2019). „Hat Dr. Jacob Gutmark den Sinn der ‚Woche der Brüderlichkeit‘ nicht verstanden?“, fragt sich der jüdische Landtagsabgeordnete der AfD-Fraktion im hessischen Landtag, Dimitri Schulz, nachdem ihm gestern Abend der Zutritt zur jüdischen Gemeinde Wiesbadens mit Verweis auf das Hausrecht verwehrt wurde.


Dimitri Schulz, der auch Mitglied im Verein ‚Juden in der AfD e.V. (JAFD)‘ ist, nahm am Sonntag im hessischen Landtag noch problemlos an der ersten von vier Veranstaltungen der ‚Woche der Brüderlichkeit‘ teil. Gestern Abend wurde ihm jedoch der Zutritt zur dritten Veranstaltung, einem ‚Abend der Begegnung‘ mit Rabbiner Jehoschua Ahrens in der jüdischen Gemeinde in Wiesbaden, verwehrt.


Dr. Jacob Gutmark, Vorstand der jüdischen Gemeinde Wiesbaden und Vorsitzender des hessischen Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden, informierte Dimitri Schulz am Eingang, dass die Gemeinde ihn zur dritten von vier Veranstaltungen der ‚Woche der Brüderlichkeit‘ nicht eingeladen hätte und bat ihn, wieder zu gehen.


Als Gründe nannte Dr. Jacob Gutmark, dass er mit der Auslegung des Judentums von Dimitri Schulz nicht einverstanden sei und zudem ein anderes Gemeindemitglied seinen Austritt angekündigt hätte für den Fall, dass Dimitri Schulz noch einmal in die Gemeinde käme.


Dimitri Schulz verwies darauf, dass er in seiner Eigenschaft als Landtagsabgeordneter (MdL) an der Veranstaltung teilnehmen wolle und sich, wenn auch etwas verspätet, vorher schriftlich angemeldet hätte. Dr. Jacob Gutmark bestand jedoch auf seinem Hausrecht und informierte Dimitri Schulz, dass er wiederkommen könne, wenn sich die Meinung bestimmter Gemeindemitglieder geändert hätte.


Dimitri Schulz wird den Wunsch von Dr. Jacob Gutmark zwar respektieren, „aber ich bin sehr traurig darüber, dass ich in der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden zu keiner Veranstaltung mehr gehen kann.“


Der AfD-Fraktionsvorsitzende Robert Lambrou zeigt sich verwundert über den Vorgang. „Die ‚Woche der Brüderlichkeit‘ steht dieses Jahr unter dem Motto ‚Mensch, wo bist du? – Gemeinsam gegen Judenfeindschaft‘. Veranstalter ist die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ), die sich für die Verständigung und Zusammenarbeit zwischen Juden und Christen bei gegenseitiger Achtung aller Unterschiede und für die Entfaltung ungehinderten jüdischen Lebens in Deutschland, einsetzt.“


Robert Lambrou, der zusammen mit Dimitri Schulz am 7. November 2017 die jüdische Gemeinde in Wiesbaden auf Einladung des Autors Igal Avidan zu einer Lesung des jüdischen Schriftstellers aus seinem Buch „Mod Helmy“ besuchte, hat den Eindruck: „Der Vorgang von gestern Abend steht aus meiner Sicht leider in einem deutlichen Widerspruch zum Motto der ‚Woche der Brüderlichkeit‘ und den Zielen der GCJZ.“


Robert Lambrou vermutet, dass auch politische Gründe eine Rolle spielten. „Die AfD wird offiziell von vielen jüdischen Gemeinden abgelehnt, während gleichzeitig aber immer mehr konservative Gemeindemitglieder die AfD, auch aus Sorge um den stark gestiegenen moslemischen Antisemitismus in Deutschland, wählen. Das führt zu signifikanten Spannungen innerhalb etlicher jüdischer Gemeinden.“




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